Das Schultergelenk ist ein knöchern nur sehr locker geführtes Kugelgelenk, welches seine Stabilität erst dem komplizierten Zusammenspiel von Bändern, Gelenkkapsel und Muskeln verdankt. Dadurch wird das große Bewegungsausmaß für die obere Extremität erreicht, welches u.a. unsere herausragende Stellung in der Entwicklungsgeschichte des Lebens ermöglicht. Andererseits wird die ausgeprägte Beweglichkeit der Schulter mit einer im Gegensatz zu anderen Gelenken deutlich reduzierten Stabilität erkauft.
Unter den vielfältigen Erkrankungen der Schulter finden wir an der Schulter hauptsächlich Instabilitäten als Unfallfolge nach Luxation, das sogenannte Impingementsyndrom mit begleitender Schleimbeutelentzündung, die Arthrose des Schultereckgelenkes, Rißbildungen oder Verkalkungen der Rotatorenmanschette sowie traumatische Schultereckgelenksprengungen.
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Clavikulafraktur (Schlüsselbeinbruch) |
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Die Clavikulafraktur ist nach dem Bruch des Radius der zweithäufigste Knochenbruch beim Menschen. Sie entsteht bei einem Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm, selten nach einem direkten Trauma. Am häufigsten tritt diese Form des Knochenbruchs bei Kindern (etwa die Hälfte aller Claviculafrakturen) und Jugendlichen oder allgemein bei der Ausübung von körperkontaktbe-tonten Sportarten auf, zusätzlich bei Sportarten wie Ski- oder Snowboardfahren, Radfahren und Reiten.
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Beim sog. Impingement-Syndrom kommt es zu einer Beeinträchtigung des Gleitens der Supraspinatussehne unter dem Schulterdach (sog. „subacromialer Raum“). Ursächlich kann beispielsweise dessen Formveränderung sein. Auch Knochenausziehungen am Schultereckgelenk als Ausdruck einer Arthrose können zu einer Einengung des subacromialen Raumes und somit zur Gleitbehinderung der Sehne führen. Des weiteren können langes Arbeiten mit erhobenen Armen, v.a. bei Überkopfarbeit, oder Erkrankungen der Sehne selber wie z.B. eine sog. Kalkschulter (Tendinosis calcarea) den Gleitvorgang beeinträchtigen.
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Rotatorenmanschettenruptur |
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Die Rotatorenmanschette besteht aus 4 zusammenhängenden Muskeln, die vom Schulterblatt zum Oberarmkopf ziehen und dort mit ihren Sehnen ansetzen. Sie bewegt den Arm zur Seite und nach oben, dreht ihn nach außen und innen und stabilisiert den Arm am Oberkörper. Durch ein Unfallereignis oder aber durch zunehmenden Verschleiß infolge hoher mechanischer Beanspruchung kann es zu einem Riss einer oder mehrerer Sehnen kommen.
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Schultereck-(Acromioclavikular-)gelenksverletzungen |
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Das über dem Schulterhauptgelenk liegende Schultereckgelenk, bestehend aus den Gelenkpartnern Schlüsselbein und Schulterdach, wird vor allem im Rahmen von Sportunfällen verletzt. Ursache ist fast immer der direkte seitliche Anprall gegen die Schulter bei anliegendem Arm, meist durch einen Sturz mit dem Fahrrad, beim Ski-/Snowboardfahren oder den Sturz vom Pferd. Nach einem Unfall findet man häufig lokale Prellmarken oder Schürfungen.
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Schultereckgelenksarthrose (Acromioclavikulargelenksarthrose) |
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Bei der Arthrose des Schultereckgelenks findet sich eine lokale Druckschmerzhaftigkeit über dem gut tastbaren Gelenk. Das Abspreizen der Schulter ist endgradig schmerzhaft eingeschränkt. Knöcherne Anbauten an der Unterseite des Gelenkes können den sogenannten subacromialen Raum einengen und so zu einer lokalen Schleimbeutelreizung sowie Schädigung der in unmittelbarer Nachbarschaft verlaufenden Rotatorenmanschette führen.
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Eine Ausrenkung (Luxation) der Schulter bedarf einer nicht unerheblichen Gewalteinwirkung. Häufig beobachtet man diese Verletzung bei Kontaktsportlern. Bei einer eingetreten Luxation steht der Oberarmkopf unterhalb der Gelenkpfanne und muß wieder eingerenkt werden, wobei dies aufgrund der Schmerzhaftigkeit zumeist in Narkose geschieht.
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Tendinosis calcarea („Kalkschulter“) |
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Die sog. Kalkschulter wird definiert als Kalkeinlagerung in die Sehnen der Rotatorenman-schette, welche durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden kann. Am häufigsten ist die Supraspinatussehne betroffen. Die Erkrankung tritt häufig im 4. und 5. Lebensjahrzehnt auf und betrifft vorwiegend Frauen.
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